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Wandern mit dem Kinderwagen #2 Schwansee

Wanderung Nummer 2 führt heute ins Ostallgäu, um den Schwansee – sogar noch etwas weiter.

Eigentlich wollen wir die Drei-Schlösser-Runde gehen. Doch begann der Aufstieg über mehrere Treppenstufen – mit Buggy unmöglich! Trotzdem trugen wir Sohnemann wie auf einer Sänfte darüber. Danach ging es aber nur über Wurzelwerk und wir entschlossen uns, dank GPS, zu einer anderen Runde. Aber diese Tour ist gewiss etwas mit der Kraxe und gefällt Kindern, die bereits schon laufen können, da Ihnen die Erlebnispfade im Walderlebniszentrum Ziegelwies sicher viel Spaß bereiten.

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Unsere Kinderwagentaugliche Alternative möchte ich euch heute vorstellen, und ich bin mir sicher, sie gefällt euch!

Ausgangspunkt ist das Steakhouse Füssen, direkt am wundervollen Lechfall! Wer Glück hat, findet hier auch einen Parkplatz, falls nicht bieten sich mehrere Möglichkeiten am Straßenrand davor, jedoch gegen Parkgebühren.

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Von dort aus geht es erstmal stetig bergan durch einen Wald auf anständigem Kiesweg, super mit einem luftbereiftem Buggy – und wieder kein Problem mit dem Mountain Buggy Terrain. Ich liebe diesen Wagen wirklich – und Sohnemann auch. An der ersten Gabelung läuft man einfach geradeaus weiter. Links von einem liegt der Kalvarienberg, von dem man einen tollen 360° Blick haben soll. Es begegnen einem immer wieder Kletterer, die sich an den einfachen Felshängen ausprobieren. Auch gibt es ein paar Naturbewohner zu beobachten und Ausblicke auf die umliegenden Berggipfel.

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Es geht malerisch durchs Grün des Waldes, etwas bergan – dann wieder bergab. Nach 30-45 Minuten kommt man aus dem Gebiet heraus und vor einem öffnet sich eine Traumkulisse von Landschaft, ein richtiger Park und in dessen Mitte ein einladender See  – der Schwansee!

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Er liegt zu Füßen des Schosses Hohenschwangau und Neuschwanstein.

Nach der starken Beschädigung Burg Schwansteins (heute Schloss Hohenschwangau) durch die Napoleonischen Kriege, entdeckte der damalige Kronprinz Maximilian 1829 auf einer Fußreise die Ruine und war so begeistert von dieser romantischen Lage. Der spätere König Maximilian II. von Bayern erwarb sie und ließ sie restaurieren. Zudem ließ er dafür einen eigenen Landschaftspark anlegen, in dem man sich nun hier und jetzt befindet. Noch heute spürt man diese besondere Atmosphäre in diesem historischen Landschaftsschutzgebiet.

Hier lässt sich wunderbar eine Pause einrichten, wer mag packt auch die Badesachen aus und hüpft in das kühle Nass. Für Sohnemann ist es perfekt, er kann wieder rumhampeln und seine Mittagsmahlzeit genießen. Derzeit befinden sich am Ufer des Sees hunderte von Kaulquappen, die fand auch Sohnemann sehr interessant.

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Von hier aus passieren wir die linke Seite des Sees in Richtung Hohenschwangau und seinen Königsschlössern. Dort angekommen, ist 1h ins Land gegangen – aber man merkt es nicht. Durch das saftige Grün von Wiesen und Bäumen, im Blick die Schlösser Neuschwanstein (welches König Ludwig II. ab 1869 errichten ließ) und, ab und an auch, Hohenschwangau  (die ehemalige Sommerresidenz der Königsfamilie), schlängelt sich der Weg dann wieder durch Mutter Grün. Hier fließt ein Fluss entlang, Blumen ranken sich an Felsen hoch und teilweise wirkt alles wie ein Dschungel. Absolut idyllisch und fernab vom Massentourismus.

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Gelangt man dann am Touristencenter in Hohenschwangau an, ändert sich die Welt ganz plötzlich! Motorengeräusche, Reisebusse ohne Ende, eine Lokalität nach der anderen, Souvenirshops und Menschenmassen aus aller Herren Länder. Alle haben nur ein Ziel: die Besichtigung der Königsschlösser – vorwiegend Neuschwanstein.

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Das ist aber nicht unser Ding, also nehmen wir nur einen Snack zu uns und beobachten das Treiben. Wir entschließen uns den gleichen Weg zurück zu laufen. Sohnemann hat vom Trubel nichts mitbekommen und schläft auch fast die gesamte Tour zurück. Wieder am See angekommen, bleibt man links um die andere Seite zu erkunden. Durch tiefehängende Äste kann man immer wieder einen malerischen Blick auf den kleinen Schwansee genießen.

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Nachdem die Runde ums Wasser beendet ist, bleiben wir links und nehmen den unteren Weg in Richtung Lechfall.

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Hier geht es wieder ein ganzes Stück bergan, aber wenn man im Trott drin ist, ist es keine Kunst mehr. Dann kommt man zurück auf den ursprünglichen Weg, geht bergab und landet wieder am Steakhouse. Wir überqueren noch die Straße um uns den eindrucksvollen Lechfall anzuschauen.

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Insgesamt waren wir 5 Stunden unterwegs, inklusive Pausen. Danach schmerzen uns zwar die Beine, aber diese Ecke werden wir uns nochmal genauer anschauen! Wir verstauen alles wieder im Auto und treten die Heimreise an.

Bis bald 🙂

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Wandern mit dem Kinderwagen #1 Hoher Peißenberg 

Heute entführe ich euch in den Landkreis Weilheim-Schongau im schönen Oberbayern! Es geht mit Tagesgepäck und Mountain Buggy hoch auf den Hohen Peißenberg (so hoch ist er jetzt eigentlich nicht, aber mit Buggy nicht zu unterschätzen). Die Highlights auf dieser Tour: Wald, Wiese, Tiere beobachten, Sonnenbräune, eine wundervolle Aussicht auf die Alpenkette, eine Wetterstation zum Erkunden und eine ausgezeichnete Wirtschaft um Hunger und Durst zu stillen.

Als erstes aber ein paar Fakten zum Berg:

Der Hohe Peißenberg bei Hohenpeißenberg und Peißenberg im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau ist eine 988 m ü. NHN hohe Erhebung im Bayerischen Alpenvorland.

Mitunter wird er inoffiziell als Hohenpeißenberg bezeichnet oder mit seinem ursprünglichen Namen Peißenberg und in Anspielung auf die in der Schweiz gelegene Rigi auch Bayerischer Rigi genannt. Neben dem 22 km (Luftlinie) südwestlich gelegenen Auerberg (1055 m) ist der Hohe Peißenberg eine der höchsten Erhebungen im Bayerischen Alpenvorland. Mehr dazu hier Wikipedia

Meine ursprünglich geplante Tour findet ihr hier: http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.19103.html – diese ist aber eher mit der Kraxe geeignet. 

Ausgangspunkt für meine Wanderung ist der Parkplatz Haus der Vereine.

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Von dort aus biegt man für wenige Meter rechts ab und geht dann links dem Wegweiser folgend einen schmalen Weg bergan, vorbei an der Hetten-Kapelle bis man zu einer großen Wiese mit anliegendem Waldstück gelangt. Von hier aus führen 2 Wege zum Gipfel. Meiner Karte folgend biege ich mit dem Buggy auf die Wiese ab. Das war für meinen Mountain Buggy kein Hindernis.

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In der Ferne sah ich kommenden Schottere und freute mich auf meine Herausforderung. Am Waldstück angekommen stellte ich ernüchternd fest, das der Weg verdammt hart werden würde, zwar breiter Kiesweg, aber von Wurzeln gesäumt. IMG_9506

Ich unternahm einen Versuch mein Hindernis zu überwinden, schaffte es auch mit Ach und Krach und war versucht weiter zu gehen. Glücklicherweise kam mir ein Wandererpaar entgegen und riet mir davon ab, da der Weg so weiter verlaufen würde. Also eher was für Fußgänger und Kraxe geeignet. Glücklicherweise bekam Sohnemann von all der Wackeltour nur wenig mit, denn er schlief bereits seitdem wir die Wiese passiert hatten.  Das Pärchen gab mir den Tipp zurückzugehen und weiter am Rand der Wiese entlang zu laufen. Von da aus würde es über einen Forstweg herauf zum Gipfel gehen. Diesen Ratschlag nahm ich gern an.

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Mein Weg führte mich nun am Rande von Hetten „Am Anger“ bis hin auf die Nordseite des Berges auf der „Frauenwaldstraße“ – diese ist teils asphaltiert. Stetig ging es bergan vorbei an Wiesen und Weiden und linksseitig eine sanfte grüne Hügellandschaft mit ein paar Häusern in der Ferne. Die Sonne brannte mir auf Armen und im Gesicht, aber ich war so froh endlich einen anständigen Weg gefunden zu haben – bis ein Wegweiser mir einen kleinen Dämpfer verpasste – 5,8km bis zum Ziel. Aber von Nichts kommt Nichts 🙂 IMG_3250IMG_9509IMG_9510IMG_9512

Kurz bevor ich dann eine kleine Brücke passierte, ging auch ein kleiner Pfad den Berg nach oben, der wiederum ist leider auch nur für die Kralle geeignet. Also ging ich nach der Brücke den beschilderten Weg entlang und fand mich bald auf einem Schotterweg im Wald wieder. Eine wirklich willkommene Abwechslung bei der Wärme. IMG_9525

Am Ende des Waldstückes öffnet sich einem ein Wiesenpanorama mit Aussicht auf den Sender Hohen Peißenberg. Ich freute mich riesig, denn der Gipfel schien so nah!


Hier zweigte sich an einer Gabelung der Weg in 4 verschieden Richtungen, ich bog nach rechts ab um mein Ziel zu erreichen. Der asphaltierte Weg war steil und wollte irgendwie kein Ende nehmen. Schatten gab es auch keinen und ich kämpfte mich weiter nach oben und hoffte auf eine erfrischende Spezi und ein Schnitzel 😉 Sohnemann war immer noch im Land der Träume. Ich gelangte alsbald an eine Hauptstraße im OT Pröbstelsberg. Weiter ging es bergauf – die Aussicht nach links auf die gesamte Alpenkette motivierte mich auf dem letzten Stück. Ich genoss den Blick und schob den Buggy immer weiter. Vorbei am Parkplatz nahm ich den letzen steilen Anstieg und fand mich auf dem Gipfelplateau wieder und war überglücklich. Die Aussicht belohnte alle Mühen. Zu meiner linken im Osten die Bayrischzeller Berge bis zum Westen in die Allgäuer Alpen und mittendrin die Zugspitze! Zu meiner rechten konnte ich den Ammersee ausmachen und sogar einen kleinen Zipfel des Starnberger Sees erkennen. Was für eine Belohnung!!!

Auf einmal wurde ich von der Seite angesprochen und erkannte den Mann des Wandererpaares, welches mir am Fuße des Berges begegnet war, nur diesmal lief er nicht, sonder erklomm den Gipfel mit dem Rad. Er freute sich mit mir über meinen Erfolg.

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Hier oben gibt es nicht nur einen atemberaubenden Panoramablick, sondern auch viel zu entdecken. Hier befindet sich die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt und auch die älteste Bergwetterwarte der Welt!

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Jetzt wurde auch Sohnemann endlich wieder wach und strahlte vor lauter Freude. Wir beide hatten jetzt einen Riesenhunger und schlenderten zum Terassen-Cafe-Restaurant Bayerischer Rigi und fanden einen Tisch mit perfektem Blick, Sonne und einer netten Bedienung. Zum Glück gab es Spezi und Schnitzel.

Glücklich, zufrieden, mit leichtem Sonnenbrand und gesättigt machte ich mich auf gleichem Wege zurück zum Parkplatz und Sohnemann schlief auf halber Strecke wieder ein…….

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